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Seinsheimer Schloß

Das Stadt-Schloß wurde 1580 von dem kaiserlichen und fürstbischöflichen Rat Georg Ludwig v. Seinsheim (1514 - 1591) "zu seiner Bequemlichkeit und mit der Bestimmung eines Witwensitzes für den Fall seines früheren Absterbens" erbaut. Es entstand ein Repräsentationsbau im Stil und Geist der Renaissance, von dessen harmonischen Gliederung heute noch jeder Betrachter angetan ist.
Die künstlerische Gestaltung wird mit dem Stil des Augsburger Baumeister Elias Holl in Zusammenhang gebracht.
Georg Ludwig d. Ä. starb 1591 kinderlos. Das Erbe ging per Testament an die Erben aus der Erlacher Linie der Seinsheimer, die durch einen aufwendigen Lebenstil ihr Erbe verzehrten und hohe Schulden, auch zu Lasten des Ortes Marktbreit, anhäuften. Deshalb verließ auch die 2. Ehefrau Barbara v. Seinsheim (gestorben 1601) den Ort und zog nach Ansbach. Im Jahre 1611/12 geriet Marktbreit wegen der Erlacher Schulden in Acht und Aberacht; nur mit Mühe entging der Ort einer Execution durch den Würzburger Bischof. Als gar die gesamten Erbgüter versilbert werden sollten, erhoben die Schwarzenberger unter Berufung auf das Testament Georg Ludwig v. Seinsheims Einspruch und erreichten 1643 die Übernahme des fränkischen Teils der Seinsheimer Besitztümer, und damit auch das im 30jährigen Krieg völlig verwahrloste Schloß. Ab 1661 stand der gesamte Ort dem gräflichen Hause Schwarzenberg zu. Das Schloß der Seinsheimer wurde ab 1865 zum Schwarzenberger Amtshaus mit Sitz des Amtsverwalters. 1680 wurde im Obergeschoß ein "Betsaal" für das katholische Amtspersonal eingerichtet, das forthin der kleinen katholischen Gemeinde bis zu ihrem Kirchenbau 1847-49 als Gotteshaus diente. 
Nach dem Übergang in bayerische Herrschaft ab 1806 diente das Gebäude lange Zeit ausschließlich Gerichtszwecken: erst war es Sitz eines Patrimonialgerichts, bis 1849 fürstlich-schwarzenbergisches Herrschaftsgericht, ab 1857 Landgericht III. Klasse, ab 1862 bis 1932 Amtsgericht III. Klasse. 
1849 erwarb die Stadt aus dem Besitz der Schwarzenberger Fürsten das Schloß für 12000 Gulden, zahlbar in 10 Raten. Schon 1853 wird das Gebäude als in beklagenswertem Zustand beschrieben und immer wieder renoviert, doch erst 1898 übernahm nach langem Bemühen die bayerische Regierung das Gebäude "unentgeltlich".
Die schulische Nutzung des Gebäudes in der Zeit nach dem 2. Weltkrieg, verbunden mit hohen staatl. Mietforderungen, führten 1981 zum Rückkauf des Schlosses durch die Stadt zum Preis von 135 000 DM. Das erneut drängende Problem der Sanierung wurde 1987 durch herabfallende Gesteinsbrocken augenfällig und führte in den Folgejahren bis 1994 mit Millionenaufwand zur Sanierung des Schlosses. Es dient heute, mit Ausnahme des Erdgeschosses in dem sich ein Cafe und eine Weinstube befinden, sogen. nichtrentierlichen Zwecken wie der Stadtbücherei, der Marktbreiter Musikschule, dem Rotes Kreuz und als Städt. Archiv.         


Ostfassade mit Turm

31 m schwingt sich die Westfassade in die Höhe, der Giebel trägt Voluten als Schmuck. Die Spitze bilden zwei Pyramiden. Die Ostfassade ist ähnlich gestaltet, wird aber durch einen angelehnten viereckigen Turm, der das Treppenhaus enthält, etwas verdeckt. Die Dachkanten zeigen ebenfalls Kugeln und Voluten. 
Das Eingangsportal wirkt wie ein römischer Triumphbogen. Ionische Säulen flankieren den Zutritt, die am Baukörper in Pilaster übergehen. Im unteren Bereich füllen stilisierte Karyatiden die Ecken, an den Seiten des Oberlichts Delphine.
 Rosetten, weibliche Köpfe und Blattwerk schmücken das Portal. Aus der Baugeschichte ist leider nicht zu entnehmen, in welchem Jahr des 19. Jahrhunderts das bayerische Wappen und der Löwe als Wappenträger in das Portal kam.
Die von Kriegen erfüllten Jahrhunderte ließen im Innern des Schlosses leere Räumlichkeiten zurück. Im Erdgeschoss befanden sich früher zur Linken die Amtsräume des Orts- und Gerichtsherrn. Hier war der Platz des Schultheißen, zur Rechten die Wohnräume seiner Familie. Im hinteren Trakt lagen Wirtschaftsräume. Hinter dem sogen. Ritterturm befand sich ein Höfchen mit Waschhaus, Holzlege und ein Stall für 4 Pferde.


Eingangsportal

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