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Rathaus
| Das heutige
Rathaus hatte einen Vorgänger in der Dorfzeit, vermutlich
war es ein bescheidener Holzbau. Unter der Grundherrschaft
Georg Ludwig von Seinsheims mußte es 1579/81 einem
Repräsentationsbau des jungen Marktes weichen. Erbaut
wurde es von dem bekannten Steinmetz und Werkmeister Hans
Keesenbrod aus Segnitz. |
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Ostgiebel des Rathauses
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Am östlichen
Straßengiebel des Rathauses fällt außer den Rollen und
Kalaunen das große Seinsheimische Wappen auf, die sogen.
kleine Ahnenprobe mit 16 Ahnen, die den Ruhm des Hauses
Seinsheim-Kottenheim bezeugen.
An der Ecke, ebenso wie an der Giebelspitze, erhebt sich
als Wahrzeichen des
Marktortes die Statue des Ritters St. Georg, der den Lindwurm mit
seiner Lanze tötet. |
Die
Georgsstatue am Giebel war das Symbol des Zollrechts für
die Mainschifffahrt, für die Schiffer auf dem Fluss schon
von weitem sichtbar. Die Statue an der Rathausecke
symbolisierte die Marktgerechtigkeit. An Tagen
des Marktes wurde unter dem Standbild die Marktfahne
aufgestellt. Das Recht des Markttages, der Marktfrieden,
war auf ihn gesetzt.
Das Eingangsportal des Rathauses befindet sich auf der Südseite.
Eine sandsteinerne Wendeltreppe erschloß früher
sämtliche Stockwerke bis zum Zwerchgiebel im Dach. Am Innenlauf Steinmetzzeichen. |
Im l. Stockwerk
öffnet sich dem Besucher die große Ratsdiele, mit wuchtigen
Holzträgern unter geschnitzten Holzsäulen. Hier hielten die
Bürgersöhne Hochzeit mit "Tanzen
und Springen". Es war auch Brauch, daß man in dem
großen Saal Schultheater spielte.
Heute dient der Saal kulturellen Veranstaltungen der
Stadt. Die Atmosphäre und Akustik des Raumes sind
einzigartig. |

Ratsdiele
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Ehrentribüne am Schloss
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An den Wänden
der Ratsdiele befinden sich sieben Schmucktafeln, von
ursprünglich 27 Tafeln, die leider verschollen sind.
Fünf der Tafeln tragen lateinische
Chronogramme. Sie
erinnern an ein bedeutendes geschichtliches Ereignis, an
die Erbhuldigung des Fürsten Joseph I. Adam von
Schwarzenberg im Jahre 1745 durch die Bürger Marktbreits.
Dieses Ereignis hatte Seltenheitswert, und so ließen es
sich die Marktbreiter nicht nehmen, zu Ehren des Gastes
ein glänzendes und eindrucksvolles dreitägiges Fest zu
veranstalten, dessen Ablauf uns überliefert ist. |
| Über ein
Prunkportal mit ionischen Säulen gelangt man in den
Ratssaal, der heute als Trausaal genutzt wird. Die
gesamten Wandflächen sind mit einer reich intarsierten
und z. T. geschnitzten Vertäfelung ausgestattet, die
Decke ist kassettiert. In der Westwand dreiteiliger
Lavaboschrank, im angrenzenden Prunkportal Muschelnischen
und farbig gefasste Büsten des Werkmeisters Hans Keesenbrod und des Zimmermanns Leonhard Götz. |

Ratssaal
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| Im zweiten Stock tritt man durch eine Spitzbogentür in einen
mit Backsteinen gepflasterten Vorraum. Rechts ist die obere
Ratsstube oder Konsistorialstube. Hier hielt das seinsheimische
bzw. schwarzenbergische Konsistorium seine Beratungen ab, heute
ist es das Dienstzimmer des Bürgermeisters. Im Jahre 1979 wurden die
wohl von dem Rothenburger Maler Georg Schober geschaffenen
biblischen Wandbilder wieder aufgedeckt. Die Fenstergewänder haben
hier wie auch im unteren Stockwerk die Merkmale der
"Vorhang-Gotik". |
rjs
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