|

Mainkran von 1784
|
Als Denkmal der reichen Handelsbezüge ist der Kranen am Main
anzusehen.
Es gab bereits einen Vorgänger des jetzigen Mainkrans, der
in Fachwerkbauweise errichtet war. Dieser wurde vom verheerendsten Hochwasser der letzten
Jahrhunderte im Jahre 1784 völlig weggerissen. Noch im gleichen Jahr
ließ Fürst Johann Adam v.
Schwarzenberg einen neuen Kran errichten. Er ist als steinerner Rundturm mit
9,2 m Durchmesser ausgeführt und 16 m hoch. Das im oberen Bereich
drehbare Kuppeldach trägt einen langen, hölzernen Kranausleger.
|
|
Von Seltenheitswert ist im Innern des
Turmes das guterhaltene originale Doppelräder-Triebwerk aus
Eichenholz. Dieses Triebwerk mit ca. 5 m Durchmesser
wurde mitsamt dem Kuppeldach und Kranausleger über eine
horizontale Deichsel um seine Mittelachse, einem massiven
vierkantigen und spitzengelagerten Eichenstamm, gedreht. Bedient wurde der Kran, der bis etwa um 1900 in Betrieb war, in
vergangenen Zeiten von einer 15 - 25 Mann umfassenden Aufläder-Innung. |

Räderwerk im Innern
|
Zum Schutz und Abwehr von Hochwasser und
Treibeis erhielt er auf
der ostwärts gelegenen Seite einen Eisbrecher vorgelagert.
Darüber ist das Prachtwappen des Stifters Johann Adam v.
Schwarzenberg angebracht. Es zeigt folgende Wappenteile: |
|

Schwarzenberger Wappen
|
Im geteilten Herzschild: links Schwarzenberg (mit seinem
Altheidenturm),
rechts die Grafschaft Kleggau (3 Korngarben).
Obere Quartiere: links Seinsheim (3 senkrechte Balken), rechts Grafschaft Sulz (3 nach unten gerichtete Spitzen im Felde).
Untere Quartiere: links Brandis (brennender Ast, der aus dem
Brandischen Wappen in das Sulzsche übernommen wurde),
rechts Türkenkopf mit Raben (Kopf des Türken Ali Pascha, dem ein
Rabe ein Auge aushackt).
|
Es handelt sich
bei diesem Wappenteil um
eine Wappenvermehrung, erworben für den Sieg über Raab am
28./29. März 1598, wo die Festung Raab im heutigen Ungarn durch
Adolf Freiherrn zu Schwarzenberg im kühnen Handstreich den
Türken entrissen wurde: Zur Belohnung wurde er durch Kaiser
Rudolf II. in den Reichsgrafenstand erhoben.
1814 gingen Kran und Lagerhaus in bayerischen
Besitz über.
|

Blick nach Segnitz
|
Ehemalige Handelsgüter (zu Beginn des 18. Jahrhunderts):
Import- und Transitgüter:
Kolonialwaren wie Zucker, Salz, Kaffee (1843: 11678 Zollzentner =
1,16 Millionen Pfund, 16. Stelle im deutschen Kaffehandel mit
über 1 Mio. Pfund), Tabak, Gewürze und Farbhölzer, Metalle,
besonders Blei, englisches Zinn, Erze, Galmei, Eisenerz, Eisen und
Blech, ferner Öle, Fische (Stockfische und Heringe), Bleiweiß,
Krapp, Leder, Baumwolle, Hanf,
Weine von Rhein und Mosel, usw.
Stromabwärts geflößt wurde Holz (1893: 28000 Tonnen!),
per Schiff liefen zu Tal Wein, Getreide, Pottasche, Leder aus 4 Gerbereien,
eingesalzene Butter in Holzfässern, Fischhandel (nicht nur
Flussfische, sondern auch aus großer Teichwirtschaft), österreichische
Güter, böhmische Güter (Glaskisten), Stahl aus der Oberpfalz,
Hopfen aus der Nürnberger Gegend.
rjs
|