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Kath. Kirche St. Ludwig
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Die wenigen im Ort
verbliebenen Katholiken
Marktbreits hatten nach der Reformation keine Kirche mehr,
da die vorhandene Ortskirche von den Protestanten beansprucht
wurde.
Erst 1682, bereits unter Schwarzenberger Herrschaft, wurde ein
kath. "Betsaal" im Seinsheimer
Schloss eingerichtet, in dem sonntäglich Messe
gelesen wurde, anfangs von Kapuzinerpatres aus Ochsenfurt,
ab 1718 bis 1820 von Franziskanern aus dem Kloster
Schwarzenberg über Scheinfeld.
Nach dem Übergang in bayer. Herrschaft zu Beginn des 19.
Jahrhunderts versuchte man, das Schwarzenberger Schloss
für säkulare Zwecke freizubekommen. Dies traf sich mit
dem sehnlichen Wunsch der armen katholischen
Kirchengemeinde, die unter Einbeziehung der Filialorte
Segnitz, Obernbreit und Michelfeld auf etwa 300 Seelen
angewachsen war. |
Durch die
Überlassung eines Grundstücks aus dem ehemaligen
Seckendorfer Besitzstand ("Edelmannshof") und
mit großzügiger Förderung durch den bayer. König
Ludwig I. konnte nach einer Bauzeit von drei Jahren am
12.10.1849 das Gotteshaus im neugotischen Stil durch den
Bischof Anton Stahl eingeweiht werden.
Im Jahre 1927 folgte eine umfassende Renovierung, bei der
die alte Inneneinrichtung einschließlich Deckengemälde
entfernt wurde. Auch die von der evang. Gemeinde
gestiftete Predigtkanzel fiel der Renovierung zum Opfer. |

Bild der alten Kirche
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Aus der Frühzeit der Kirche blieben lediglich das
Kirchengestühl, der Beichtstuhl, der Taufstein, Opferstock und
beide Weihwasserbecken erhalten. |

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Bei der Renovierung 1957 wurden die rundbogigen Fenster im Chorraum
aufgegeben und verschlossen. An der Westfassade und besonders am
Portal entfalten sich romanisierende Schmuckformen. |
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Die beiden Seitengemälde von 1938 und das Freskogemälde des
Hochaltars von 1956 stammen von dem Würzburger Künstler Willi
Jakob. An den Wandgemälden wird die künstlerische Entwicklung
deutlich sichtbar, die der junge Maler durch die
dazwischenliegenden schicksalhaften Kriegsjahre durchlebte. |
| Das
Freskogemälde des Hochaltares ist dem Zentrum des
Heilsgeschehens, dem Kreuzesopfer Christi, gewidmet. Als
Assistenzfiguren werden Johannes, der Vorläufer des
Herrn, und die Schmerzensmutter dargestellt. Die
auffälligen Kleiderfarben dieser Gestalten nehmen die
Erschütterung der Erde auf (Mt. 27, 52). Doch hier ist
nicht der Ort von Endstimmung: In Verbindung mit dem Geist
werden Gottes Vaterhände dargestellt, die das ganze
Geschehen tragen und vollenden. In die Darstellung ist der Patron der Kirche, der heilige Ludwig,
auf der unteren Bildleiste einbezogen. |

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| Rein
geschichtlich verbindet ihn ein enger Zusammenhang mit dem
Passionsgeschehen: Er machte dem Abendland die Dornenkrone
Christi zum Geschenk (1246). Dornenkrone und Zepter werden
zu Symbolwerten: "Entäußerung" und
"Machtanspruch" lassen sich nur in der Schau des
Glaubens vereinen. |
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Auf dem rechten Seitengemälde wird der heilige Joseph, der Patron
der Arbeiter, als Nährvater Christi dargestellt. Bildleisten
führen uns durch sein Leben:
Die Verlobung mit Maria - Die Flucht nach Ägypten - Die Warnung
im Traum - Der Alltag in Nazareth - Die Suche nach dem
zwölfjährigen Jesu im Jerusalemer Tempel - Der Heimgang des
Nährvaters. Sie werden durch liturgische Texte kommentiert. |
Auf dem Freskogemälde zur Linken ist die Schutzmantelmadonna
dargestellt.
Die Erzählleiste weist auf die großen Marienfeste hin: Zu
unterst auf Maria Verkündigung und Heimsuchung (Besuch bei
Elisabeth); in der Mitte auf die Anbetung der drei Weisen aus dem
Morgenland und auf das Wunder bei der Hochzeit von Kana; oben
findet sich die Darstellung Marias als Schmerzensmutter, sowie ihr
Tod und ihre Vollendung. Eindrucksvoll verschmelzen dabei die
Darstellung des irdischen und des himmlischen Jerusalems. |

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Der Zuzug
vieler katholischer Flüchtlinge nach dem 2. Weltkrieg
machte den Bau der Filialkirche "Maria Regina"
in Obernbreit nötig, die am 19. 07.1970 eingeweiht wurde.
Seit 1996 gehört auch die Filiale Marktsteft zur Pfarrei
Marktbreit. |
© 2000 Textquelle: Kirchenführer der
Kath. Pfarrkirche Marktbreit,
Auszug mit freundlicher Genehmigung des Verfassers Dr. Johannes
Wenzel, Marktbreit.
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