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Geschichtlicher Hintergrund
zur Stadtführung


Marktbreit um 1836

In vorgeschichtlicher Zeit entstand an der Südostspitze des Maindreiecks die Ausbausiedlung "nydern- oder unternbroith", die sich zu einer Umschlagstelle an der Altstraße Würzburg - Regensburg entwickelte. Das Fischer-, Bauern- und Häckerdorf gehörte verschiedenen Herrschaften.
Georg Ludwig v. Seinsheim befestigte ab Mitte des 16. Jhds. das Dorf mit Graben und Schranken. Nach der Markterhebung 1557 folgte der Mauerring mit Türmen und Toren. Gleichzeitig mit der Marktgerechtigkeit wurde dem Ort sein Wappen verliehen, auf dem der Hl. Georg als Schutzherr der Ritterschaft und Rechtsmal für Landfrieden und Marktrecht und ein Wellenbalken als Hinweis für die Lage am Main abgebildet sind.
In der Folgezeit erlebte der Ort seine erste Blütezeit, von der heute noch Bauten zeugen. Georg Ludwig starb 1591. Erbstreitigkeiten und Misswirtschaft der Erben stürzten den Markt in Acht und Aberacht. 1661 kam Marktbreit im Wiederaufbau nach dem 30jährigen Krieg unter schwarzenbergische Herrschaft und gewann bald wieder seine wirtschaftliche Bedeutung zurück. Bedeutsam dafür war der Umstand, dass sich die Handelsschaft dank der Privilegierung durch die Ortsherrschaft, das gefürstete Haus Schwarzenberg, und dank der überaus günstigen Verkehrslage einen weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannten Namen verschaffen konnte. Doch ist es wohl eine fromme Legende, dass vor Zeiten die postalische Anschrift der Stadt Würzburg gelautet hätte: Würzburg bei Marktbreit.
1806 fiel Marktbreit an das Königreich Bayern. Obwohl der Ort nach seiner Markterhebung im Jahre 1557 keine Berechtigung hatte, sich als Stadt auszugeben, wurde der Name wiederholt mit dem Begriff "Städtchen" verbunden. Dieser "rechtslose" Zustand wurde 1819 unter bayerischer Herrschaft beendet und der Marktort zur Stadt 3. Klasse erhoben.
Doch hatten sich in der neueren Zeit die wirtschaftlichen Grundlagen durch Bodenreform, Merkantilismus, Industrialisierung und Verkehrsänderung,  v. a. durch den Bau der ersten Eisenbahnstrecken, gewandelt und die Entwicklung des Ortes angehalten. Seine Bedeutung als Handelsplatz schwand. Alle öffentlichen Ämter wurden abgezogen. Die Bevölkerungszahlen gingen zurück. Nur als Schulstadt blieb die Stadt im Gespräch. Nach dem Wiederaufbau 1950 - 1978 begann für Marktbreit als Kleinzentrum einer Verwaltungsgemeinschaft eine hoffnungsvolle Zukunft. Die Stadt zählt heute ca. 3750 Seelen, davon leben im Stadtteil Gnodstadt rund 650 Einwohner.

(Wie kam Marktbreit in Schwarzenberger Besitz?
Referat, gehalten am 29.09.2001 auf der Tagung "Schwarzenberger Herbst 2001")
rjs

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