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Handels- und Bürgerhäuser
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Alte Ansicht des Mainufers
Alte Ansicht des Mainufers

Obwohl der Ort nach seiner Markterhebung im Jahre 1557 keine Berechtigung hatte, sich als Stadt auszugeben, wurde der Name wiederholt mit dem Begriff "Städtchen" verbunden. So pries ein ehemaliger Schüler der Lateinschule im Jahre 1598 seine "Stadt", sie prange mit schlösserähnlichen Gebäuden, welche große Summen und schwere Arbeit gekostet haben. Auch empfange und verschicke sie Kaufmannsgüter. Mit mancherlei Sachen beladene Flöße kommen hierher. Vergnügen bereite es, die Schiffe ankommen zu sehen.

Dieser "rechtslose" Zustand wurde 1819 unter  bayerischer Herrschaft beendet und der Marktort zur Stadt 3. Klasse erhoben.
Bedeutsamer war aber der Umstand, daß sich die Handelsschaft dank der Privilegierung durch die Ortsherrschaft, das gefürstete Haus Schwarzenberg, und dank der überaus günstigen Verkehrslage einen weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannten Namen verschaffen konnte. Doch ist es wohl eine fromme Legende, daß vor Zeiten die postalische Anschrift der Stadt Würzburg gelautet hätte: Würzburg bei Marktbreit.

Handelshaeuser
"Patrizierhäuser"

Viele alte Häuser verraten durch ihre Bauart, daß sie in Perioden der Blütezeit des Handels entstanden sind. Die lokale Geschichtsschreibung geht von drei Blütezeiten aus, die erste, die bereits vor dem 30jährigen Krieg anzusetzen ist, die zweite, die auf dem Herrschaftswechel (1643) beruhte und in die Zeit von 1690 bis 1740 zu datieren ist, die dritte in der Mitte des 19. Jahrhunderts, als der Marktbreiter Handelsstand sich den Fall der deutschen Zollmauern zu Nutze machte und sein Ruf auf die Weite des Kaffeehandels zu beruhen begann.
Die schönsten und bekanntesten Handelshäusern am Marktplatz, im Stil des Würzburger Barock errichtet, im Volksmund auch "Patrizierhäuser" genannt, stammen aus dem 18. Jahrhundert.
Das rechte Haus, am Eingang der Schustergasse, wurde 1717-1719 erbaut. 
Fürst Adam Franz von Schwarzenberg (1680 - 1732) forderte den kaiserl. Oberhoffaktor Samson Wertheimer 1719 -1721 auf, das seinem Bruder Emanuel gehörende Haus "reparieren" zu lassen.
Es entstand ein neues dreistöckiges Haus mit Erker, Mansardendach und Gauben. Es wurde zum Denkmal fürstlicher Gunst für 115 jüdische Familien.
 Der Bau ist dreigeschossig, mit Erker und Mansardendach und weist reiche Ornamente an Tür und Fenster (Arkanthusranken und Muscheln über den Fensterstürzen und Erkern), arkadenartige Fenster und Türöffnungen im EG, schöne Oberlichtgitter sowie reiche Ornamente an Tür und Fenster auf. Die Räume im Innern haben einfach stuckierte Decken, reicher nur im Eckzimmer. Im 2. OG stand früher ein gußeiserner Ofen mit Wappen und bibl. Darstellung, bez. 1697 (heute im Mainfränk. Museum Würzburg). 1789 gelangte das Haus in den Besitz von Christian Günther.


Wertheimer-Haus


"Günthersche Handlung"

Das links daneben stehende Handelshaus am Markt, dem vorgenannten ähnlich, wurde 1725 von dem Kaufmann Georg Günther erbaut, dessen Familie über 200 Jahre die Handelsgeschicke Marktbreits mitgestaltete. Am Eckerker das Spruchband: "Haus zur Groe genannt." 
An der Westseite Portal mit Pilastern und gebrochenem Giebel, in demselben Kartusche, Inschrift und Hausmarke, von Arkanthus umgeben mit Figur der Spes. Darunter: "Ein gottergebener Christ hofft, was unsichtbar ist."
Über dem Eingangstor ein lateinisches Chronogramm
"en Mea spes aeDes Certae aC paX arXqVe beata." (Seht meine Hoffnung: ein sicheres Haus und Frieden und eine glückliche Burg!)
Im Innern des Hauses gebrochener Stiegenaufgang mit schmiedeeisernem Gitter, als Pfeiler ein sogen. Heiduck. Im Innenhof Holzlaubengang sowie  Inschrifttafel mit Familienwappen: "für den Handelsmann und Consitorialen Rath" Georg Günther 1725 erbaut. Innenräume neben einfachem Stuck, auch ein Raum mit Muschelwerk.

Innenhof
Innenhof der "Güntherschen Handlung"

Marktbreit besitzt darüber hinaus eine große Zahl historisch interessanter Bürgerhäuser des 16.- 18 Jh. Sie alle verdienen eine gesonderte Betrachtung.

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