Nach
1661 betrieb er eine Großschiffahrt mit einigen
Schiffen zwischen Marktbreit und Frankfurt. Als
Großlieferant im Holländischen Krieg (1672 - 79) blieb
er wegen Zahlungsunfähigkeit der kaiserlichen Kasse auf
hohen Forderungen sitzen, sein Geschäft brach zusammen.
Sartorius überlebte dies nicht und starb 1684.
1684 kaufte Joh. Veeth aus Dettelbach den Hof aus der
Konkursmasse für 1000 rheinische Taler und übernahm ab
01.03.1685 die Zollverwaltung in Marktbreit. 1833 wurde
das Gasthaus von Carl Ludwig Dail erworben. Dessen Sohn
Georg war bekannt als "Billardeur, Seiler,
Seifensieder, Lichterzieher, König der Spediteure,
Aufläder, Sackträger und Schiffsleute".
Im Innern des Hauses, das als zweitältestestes Gasthaus
Bayerns bezeichnet wird, findet sich ein Mauerstein von
1382, das Erdgeschoss wird in das 15. Jahrhundert datiert.
Der Fachwerkaufbau wird seiner Form entsprechend in das
16. Jahrhundert datiert (Kellertor der Westseite trägt die Jahreszahl 1592).
Jahreszahlen über den Fenstern des Vordergiebels (1739) besagen,
dass weitere umfangreiche Baumaßnahmen an der "Fürstlich Schwarzenbergische
Herberge" vorgenommen wurden. Für die Fürsten zu Schwarzenberg
richtete man ein mit Gobelins bespanntes Fürstenzimmer
ein. Auch König Ludwig
I. von Bayern zählte zu den Gästen des Hauses.
Erst um 1900 wurde das weitgehend konstruktive Fachwerk mit
Merkmalen der Frührenaissance freigelegt. Es bildet einen
besonderen Kontrast zu den reichverzierten und
feingegliederten Barockhäusern am Marktplatz. Die im oberen Giebelfeld angebrachte Eule liefert Hinweise auf
studentische Verbindungstreffen im Hotel Löwen, zu Beginn des 20.
Jahrhunderts. (Eisengitter mit Eule auch im
Inneren des Hauses, 2. OG).
rjs
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