| Seit 1566 fanden die Einwohner des
Marktfleckens ihre letzte Ruhestätte auf
dem südlich des ehemaligen Mauerrings beim Steigtor
gelegenen Friedhof. In einer offenen Bogenhalle
stehen einige beachtliche Schöpfungen der Denkmalkunst. |
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Die malerische Arkadenanlage wird als
"ein wahres Museum fränkischer Grabmalkunst'' bezeichnet. Die Reihe der Epitaphien an der Arkadenwand wird durch einen
Torbogen und eine Friedhofskapelle unterbrochen. In dieser
befindet sich auch die frühere Freikanzel aus der Zeit um
1600, die bis heute für Begräbnis-Predigten genutzt wird
(s. a. lateinisches
Chronogramm im Innern der Kapelle). |
| Das
älteste Epitaph, am nächsten der Haupttreppe gelegen, ist das des Ratsherrn Klaus Beringer (+ 1587) und
seiner Ehefrau (+ 1603). Claus Beringer war als Bauleiter des
Rathauses 1579 besonders bekannt geworden. Die
dargestellten Personen sind in der Tracht ihrer Zeit
dargestellt. Der Mann, heraldisch rechts, kniet auf seinem
Seidenhut (= Gugel), trägt absatzlose Schuhe, sogen.
Kuhmäuler, Kniebundhosen und einen 3/4 langen Mantel (Marktbreiter
Mantel), Hals und Ärmelkrausen, sowie volle
Barttracht. Ihm gegenüber kniet seine Frau auf einem
angedeuteten Hügel hinter zwei kleinen Mädchen. Sie
trägt einen weiten, langen Rock, darüber einen weiten
langen Mantel mit Halskrause. Das Haar ist eingebunden.
Schuhe sind nicht angedeutet. Die Mädchen tragen die
Kleidung der Frau, nur ohne Mantel. Alles in allem
erinnert die Tracht an die um 1575 in Deutschland moderne
spanische Tracht. |

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| Vor den acht stehenden
Epitaphien befinden sich acht liegende Grabsteine,
Gruftdeckel aus dem 18. Jahrhundert. Sie zeigen Stilelemente des
Barock und Rokoko. Sie waren Toten aus den
bedeutendsten Handelsgeschlechtern des Ortes gewidmet, die beiden
ersten, vor dem oben beschriebenen Epitaph, der
Güntherschen Familie. |
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Eine der beiden stark verwitterten
Gruftplatten, die Gruftplatte der Francisca Barbara
Günther (1691 - 1729), wird durch ein schmiedeeisernes
Gitter eingefaßt, Barock-Girlanden bilden Verzierungen
des gelben Sandsteins. Am oberen Rand befinden sich das
Ehewappen, darunter die Familienwappen der Günther und
Köhler von Wilhermsdorf, ein lateinisches
Chronogramm und eine
längere Grabinschrift. |
| Auf der Stirnseite befindet sich
folgende Inschrift: "Das Günthersche Grabes Mal ein
sichres Hauß im Jammerthal." |
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Im Südteil
der Arkadenanlage steht auch noch das gut erhaltene
Steinbild des Pfarrherrn Bonifaz Galliculus (Hähnlein), +
1569, der hier 1563 zum Pfarrer ernannt worden war und als
erster mit der Führung von Tauf- und Copulationsbüchern
begonnen hatte.
Ebenfalls an der südlichen Friedhofmauer finden sich Epitaphien
mit lateinischen Chronogrammen. |
| Sehenswert ist
auch das Einfahrtstor an der Ostseite mit dem getriebenen
Rankenwerk der Türfüllung aus der Zeit von 1883-1894, von
Schlossermeister Wilhelm Fischer.
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