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Die Entstehung der Nikolaikapelle in "Broite
inferior" steht wie die Anfänge der "Broiter"
Zwei-Dorf-Siedlung im Dunkel des 13. Jahrhunderts.
Die heutige Stadtkirche entstand aus der Nikolaikapelle, die erstmals 1293
erwähnt wird und 1324 durch Trennung von ihrer matrix St. Andreas
in Ochsenfurt zur eigenständigen Pfarrkirche erhoben wurde. Sie war
bis 1566 mit dem Friedhof in
die Ortsbefestigung einbezogen. Sie enthält sehenswerte Bauteile der Gotik
und der Renaissance. |
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Zu den gotischen Restbeständen gehören der Turmunterbau (14. Jh.) und der Chorraum
mit
Netzgewölbe. Beachtung verdient auch das alte Sakramentshäuschen
unter dem Ziergiebel aus der Zeit um 1400. |
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Die große Opferbereitschaft der Gemeinde zur Reformationszeit setzte sich
in
dem behauenen Taufstein aus Sandstein mit einem zinnernen Becken,
gestiftet im Jahre 1569, ein Denkmal. Jede freie Fläche trägt bürgerliche und
Herrschafts-Wappen. |

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Die Spitzbogenfenster im Chorraum wurden 1965 nach Zerstörung am
Ende des 2. Weltkriegs mit Mitteln einer großzügigen Spende neu
verglast. Die von Künstler Arno Bromberger in der Mayerschen
Hofkunstanstalt München gefertigten Fenster zeigen Szenen der
Schöpfung, Erlösung, Vollendung, Gott Vater, Gott Sohn und Hl.
Geist, sowie Taufthemen. |
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Die Epitaphien im Turmunterbau und Chorraum erinnern an die
Angehörigen der ehemaligen Grundherren, dem Geschlecht der
Seinsheim-Wässerndorfer, die sich den Ort 1409 um 700 rh. Gulden
erkauften. |
Beschreibung von
rechts nach links:
1. Friedr. v. Seinsheim (Sohn des Engelbert, +1500):
geharnischter Ritter kniet auf dem Schemel, darunter
schaut ein Löwe hervor, in gefalteten Händen Rosenkranz,
auf der Brust Kette des Schwanenordens, auf der Schulter
Spangenorden.
2. Margar. v. Seinsheim, geb. Truchseß von Baldersheim (
+ 1514): knieend auf einem Schemel, darunter Hündchen,
vier Ahnenwappen. |

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3. Sohn Philipp v. Seinsheim (+1503): knieend auf Schemel,
darunter Löwe hervorsehend, auf linker Schulter Spangenorden.
4. Tochter Margar. v. Rechberg (+1538) und
5. deren Ehemann Wilh. v. (Hohen-) Rechberg (+1536): Ritter in voller
Rüstung auf einem Löwen stehend. |
Ein hoher Spitzbogen zeigt
an, wo das Langhaus sich vom Chor schied.
Das 1438 erweiterte und 1596 erhöhte und nach Süden
vergrößerte Langhaus birgt an Resten aus der Renaissancezeit einen einfachen
Steinaltar (Mensa). |
Links vom Altar ist als Wandschmuck eine Kreuzigungsgruppe des
Bamberger Künstlers Joh. Gottfried Gollwitzer aus dem Jahre 1763
angebracht. Diese befand sich bis 1960 in dem damals bei der
großen Kirchenrenovierung entfernten
Barockaltar aus dem Jahre 1730. (Dieser Barockaltar ist heute der
Hauptaltar der katholischen Wallfahrtskirche auf dem Findelberg, in
Saal an der Saale (Rhön)).
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Innenansicht der Kirche bis zur Renovierung
1960
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Das hohe, neue Kirchenfenster ist eine Stiftung aus dem Jahre
1999, entworfen von dem Bildhauer Helmut Ulrich und angefertigt
von Gustav Treek in
der Bayerischen Hofglasmalerei. Das Kunstwerk in Glas stellt das
Ende der Geschichte des Johannes-Evangeliums dar, wie der
Auferstandene seinen 11 Jüngern begegnet.
Links davon ist eine hölzerne Gedächtnistafel für Georg Ludwig
v. Seinheim (1514 - 1591) angebracht. Sie entstand vermutlich
schon zu seinen Lebzeiten und zeigt ihn und seine 2. Frau Barbara,
geb. von Heßberg, in der Bildmitte als Zeugen der Auferstehung
Christi. |
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Aus der Barockzeit von 1737, gestiftet von dem greisen Ratsherrn
Joh. Christoph Marschall, stammt die Predigtkanzel mit Sanduhren,
die der Gemeinde eine Mindestzeit der Predigt garantieren sollten.
Sie ist reich verziert, um die Brüstung herum sind die 4
Evangelisten mit ihren Symbolen dargestellt (Johannes mit dem
Adler, Matthäus mit einem Menschen, Lukas mit dem Stier und
Markus mit einem Engel) sowie in der Mitte der Apostel Paulus. Auf
dem Schalldeckel erhebt sich Christus als Auferstandener, von
Putten mit Marterwerkzeugen umgeben.
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Unter der Kanzel befindet sich die alte Reiterfahne eines
Brandenburgischen Regiments mit
dem Epitaph des Schultheißen-Sohnes und Hauptmannes Wolfgang
Groe,
der 1610 bei einem Heimatbesuch überraschend starb.
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